„Alle außer das Einhorn“ – Premierenklasse 7c

Zwischen Februar und März 2019 hatte die Klasse 7c Gelegenheit, die Neuproduktion eines Theaterstücks besonders intensiv mitzuerleben und zu begleiten – als sog. Premierenklasse der Bühnen Halle erhielten die 20 Mädchen und Jungen Einblicke in die Theaterarbeit, die dem Publikum für gewöhnlich verwehrt bleiben.

 

Nach einer Einführung in das Projekt im Rahmen des Deutschunterrichts besuchten wir am Freitag, 8.2. – dem letzten Schultag vor den Winterferien – eine Arbeitsprobe des Stücks „Alle außer das Einhorn“. Hier wurde den Schülern zum einen ein Überblick über Handlung und Idee der Neuproduktion des Thalia Theaters gegeben, zum anderen bestand für uns die Möglichkeit, den SchauspielerInnen, der Regisseurin und anderen „Theatermachern“ bei der Arbeit zuzusehen, Fragen zu stellen und unsere Meinung zu Fragen der konkreten Inszenierung einzubringen: Kommt die „Botschaft“ der Szene beim jugendlichen Publikum an? Ist die Darstellung der Charaktere überzeugend? Funktioniert es, die Zuschauer unmittelbar ins Stück einzubeziehen?

Im Anschluss organisierte eine Mitarbeiterin der Theaterpädagogik einen Workshop, durch den sich die Schüler intensiv mit der Cybermobbing-Problematik auseinandersetzten, die in „Alle außer das Einhorn“ thematisiert wird. In kurzen Rollenspielen etwa wurden verschiedene Szenarien entwickelt, in denen Formen von Ausgrenzung und Mobbing dargestellt wurden. Auch das Thema Mediennutzung kam hier zur Sprache. Schließlich – und so fand der außergewöhnliche letzte Schultag auch einen angemessenen Abschluss – erhielten die Schüler ihre Halbjahreszeugnisse im Operncafé.

 

Gespannt warteten wir auf die Premierenvorstellung am 6. März: Wie würde das ernste Thema des Stücks präsentiert werden? Würden wir „unsere“ Szene vom Probenbesuch wiedererkennen? In sehr kurzweiligen 80 Minuten erlebten wir anschaulich – beklemmend – albern – nachdenklich, zu welchen Folgen (Cyber-)Mobbing führen kann. Wir lernten ein Opfer kennen, das sich zunächst nicht wehrt, eine Täterin, die eigentlich selbst zutiefst verletzt wurde und nun Angst und Schrecken verbreitet, Mitläufer, die hin- und hergerissen sind, zu wem sie halten sollen, überfürsorgliche und überforderte Erwachsene… Es war eine temporeiche Inszenierung, die verschiedene Medien einband und die Schüler so auf besonders intensive Weise erreichen konnte. Lang anhaltender Applaus sprach für sich. Ein Nachgespräch mit der Regisseurin unmittelbar im Anschluss half, erste Eindrücke zu sammeln und zu ordnen sowie Fragen zu beantworten. Außerdem wurde das Augenmerk gezielt auf Besonderheiten der Inszenierung gelenkt: So entschied sich die Regisseurin beispielsweise gegen eine „klassische“ Bühne und nutzte Lichteffekte in unterschiedlichen Farben und Projektionen. 

 

Ein letzter Bestandteil der Projektteilnahme als „Premierenklasse“ fand nun am vergangenen Mittwoch, 13.3., bei uns am Gymnasium Südstadt statt: Eine Mitarbeiterin der Theaterpädagogik besuchte uns im Deutschunterricht und kam noch einmal mit den SiebtklässlerInnen ins Gespräch: Welche Szenen kamen besonders gut an, welche irritierten? Mit welchen Figuren hatte man Mitleid, welche fand man sympathisch? In einer intensiven Diskussion tauschten sich die Schüler aus und äußerten eigene Vorstellungen und Ideen, die erkennen ließen, wie treffend und differenziert die Inszenierung verstanden wurde. 

 

Wir als Klasse 7c können nicht nur einen Besuch des Stücks „Alle außer das Einhorn“ sehr empfehlen, sondern auch Teilnahme am Projekt „Premierenklasse“. Theater wird so erlebbar und wir gewannen exklusive Einblicke in den Entstehungsprozess einer Inszenierung. Und wer kann das schon von sich behaupten?

Genauere Informationen zum Stück (z. B. Angaben zu den Schauspielern sowie Szenenfotos) lassen sich auf der Homepage der Bühnen Halle abrufen.

 

Im Rahmen des Projekts haben sich die SchülerInnen der 7c auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Cybermobbing auseinandergesetzt. Im Deutschunterricht wurden Mindmaps erarbeitet, in den Workshops kurze Spielszenen und Standbilder entwickelt und Texte in Form eines kreativen Schreibauftrags verfasst. Drei ausgewählte Ergebnisse möchten wir hier präsentieren.

 

Wir bedanken uns herzlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bühnen Halle, insbesondere Frau Kaufmann und Frau Viehweg, sowie beim Schulförderverein, der unser Projekt finanziell unterstützte.

 

L. Langer

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