Geschichte am Samstag

Einen außergewöhnlichen Samstagvormittag verbrachten fünf Lernende aus den Klassen 12b und 10b am 4. Dezember: Gemeinsam besuchten wir die Gedenkstätte „Roter Ochse“ mitten in Halle.

Dieses markante Gebäudeensemble in der Nähe von Botanischem Garten und Peißnitz wurde in der Vergangenheit unter anderem als Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR genutzt, aber auch als Hinrichtungsstätte in der Zeit des Nationalsozialismus: Zwischen 1933 und 1945 wurden im Roten Ochsen 549 Todesurteile vollstreckt an Menschen, die von den Nationalsozialisten als Gegner und Feinde angesehen wurden. Eben diese Nutzung stand im Mittelpunkt unseres Gedenkstättenbesuchs: Wir begaben uns auf Spurensuche in Häftlingsbiographien und Dokumenten aus diesen dunklen Jahren unserer Vergangenheit und gedachten im ehemaligen Hinrichtungsraum der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung.

Von Herrn Viebig, dem Leiter der Gedenkstätte, erhielten wir darüber hinaus interessante und anschauliche Einblicke in die Geschichte des Gebäudes und die Entwicklung des Strafvollzugs von preußischer Zeit bis in die Gegenwart und auch das Thema der Gedenk- und Erinnerungskultur kam facettenreich zur Sprache.

Nicht unerwähnt bleiben darf schließlich der Umstand, dass die Initiative zu dieser außergewöhnlichen samstäglichen Aktivität von Schülern aus der 12. Klasse ausging, ein Schüler hat sogar alles Organisatorische (Anmeldung, Absprachen usw.) in seine Hände genommen.

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Viebig, der unsere Gruppe auch außerhalb der offiziellen Besuchszeiten sehr individuell begleitet hat, und an Levin (Klasse 12b) für die Idee und die hervorragende Organisation unserer Unternehmung!

 

Für das zweite Halbjahr ist geplant, dass unsere 10. Klassen den Roten Ochsen besuchen, dann aber im Klassenverband und mit Fokus auf das Wirken des MfS in der DDR-Zeit.

 

L. Langer

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