Drei Jahre lang wurde pandemiebedingt der Glauben an die Theater-Praxis am Gymnasium Südstadt auf eine harte Probe gestellt. Was lag daher näher, als in diesem Schuljahr den Glauben selber zu thematisieren? – Zumal in unserer heterogenen Gesellschaft heute verstärkt unterschiedliche Glaubensüberzeugungen unversöhnlich miteinander kollidieren.

Ausgehend von den Überzeugungen und Erfahrungen der in der AG mitwirkenden Schüler*innen eröffnete sich in Gesprächen langsam ein weites Feld der Gegenstände und der Möglichkeiten des Glaubens. Darauf aufbauend entwickelten die Schüler*innen erste Ideen der szenischen Umsetzung: Auf verschiedenen Ebenen wurden Fragen des privaten wie kollektiven Glaubens intensiv problematisiert. In lebensnahen und abstrakten Szenen machten die Schauspieler*innen anschaulich, welche Bedeutung dem Glauben im menschlichen Leben zukommt.

Hierzu erarbeiteten die Schüler*innen unterschiedliche Charakterrollen, die sie ideenreich und authentisch ausfüllten. Auf einander achtgebend und präzise agierten sie miteinander als Gruppe und erzeugten somit eine energiegeladene Präsenz auf der Bühne, die die Zuschauer tief beeindruckte. Es gelang den Schauspieler*innen im anspruchsvollen Stück, berührende Momente des Wiedererkennens, der Komik, des Mitgefühls und der Nachdenklichkeit zu erzeugen, was das Publikum schließlich lang anhaltend applaudieren ließ.

Dass nach der Generalprobe ein Schauspieler krankheitsbedingt ausfiel und die Theater-Gruppe dies innerhalb von Stunden kompensierte, bezeugt nur eindrücklich die Qualität der Schauspieler*innen und deren Zusammenarbeit: „Wirklich unglaublich, glaub ich“ …

Veit Riese                   Mark Seidel

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