Hörsaalluft, eckige Seifenblasen und ein Preisträger

Professor Dr. Detlef Reichert lud gemeinsam mit seinem Assistenten Matthias Hädrich am Nachmittag des 24.11.2022 zur traditionellen Weihnachtsvorlesung der Physik in den Gustav-Mie-Hörsaal der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ein – und Schülerinnen und Schüler aus unseren 10., 11. und 12. Klassen sowie vier Lehrer unserer Schule waren dabei!

 

In überaus anschaulichen und kurzweiligen 90 Minuten nahm uns Professor Reichert mit auf eine spannende Reise kreuz und quer durch die Physik:
Begrüßt wurden wir mit einer kleinen optischen Täuschung, bei der aus einer einzelnen Kerze sehr viele wurden. Anschließend galt es beispielsweise herauszufinden, warum Infrarotaufnahmen einer Wärmebildkamera plötzlich Bildmotive scheinbar verschwinden lassen, die auf einem herkömmlichen Foto sichtbar sind. Gemeinsam gingen wir auf Fehlersuche in Szenen des James-Bond-Films Moonraker und ergründeten die Funktionsweise von Kettenreaktionen, wie sie bei der Kernspaltung auftreten, anhand von Mausefallen und Tischtennisbällen. Ausgehend von einem Besuch bei SpongeBob Schwammkopf führte Professor Reichert vor, wie sich im Inneren eines Dodekaeders eckige Seifenblasen erzeugen lassen.

Durch die gezeigten Versuche und die Erklärungen wurden physikalische Themen, die in der Schule oft nur kurz und theoretisch betrachtet werden können, besonders einprägsam und damit verständlich(-er).

 

In einer Weihnachtsvorlesung darf auch der Humor nicht zu kurz kommen und so trafen wir auf Loriots Familie Hoppenstedt, Sheldon und Penny aus The Big Bang Theory, Hans Pfeiffer aus der Feuerzangenbowle und begegneten schließlich auch zwei Weihnachtsmännern (einem gefälschten mit Sandalen und dem echten mit Bart am Polarkreis).

 

Begleitend zur Vorlesung konnten alle Zuhörer an einem Quiz teilnehmen und ihr physikalisch-mathematisches Können, aber auch ihre Fähigkeit, um die Ecke zu denken, unter Beweis stellen. Unser Lehrer Herr Oberländer gehörte am Ende sogar zu denjenigen Teilnehmern, die einen zweiten Platz belegten. Gratulation!

 

Für viele unserer teilnehmenden Schüler war es der erste Kontakt zur Universität und Professor Reichert ließ es sich nicht nehmen, für das Studium in Halle – und natürlich sein Fach, die Physik – zu werben.

 

Wir bedanken uns herzlich bei den Veranstaltern und Gastgebern vom Institut für Physik und freuen uns schon heute auf die Fortsetzung im kommenden Jahr.

 

L. Langer, auch im Namen von M. Naundorf, P. Rinnert und F. Oberländer

 


Ende Oktober fuhren drei physikinteressierte Schüler der 11. Klasse mit ihrem Physiklehrer nach Jena, um in der physikalisch-astronomischen Fakultät der Universität Jena an einer Vorlesung über astronomische Blicke auf die Welt zur Zeit der Reformation teilzunehmen. Der Dozent Prof. Karl-Heinz Lotze erklärte den ca. 150 Zuhörern die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des heliozentrischen und geozentrischen Weltbildes. Diese Vorlesung war zum einen die Eröffnungsvorlesung 2017und die insgesamt 120. Vorlesung der öffentlichen Samstagsvorlesungen, die bereits seit 18 Jahren immer im Wintersemester stattfinden. Nach lehrreichen und interessanten 75 Minuten machten wir noch einen Abstecher zum Zeiss Planetarium und der dort befindlichen Station des Mathematikrundweges (siehe Bild 1). Hier galt es die Frage zu beantworten, in welchem Volumenverhältnis Zylinder, Halbkugel und Kegel stehen, wenn die Grundflächen und Höhen gleich sind.

Am 16. Dezember 2017 besuchten 19 Schüler der 9. bis 11. Klasse eine weitere öffentliche Samstagsvorlesung in Jena (siehe Bild 2). Diesmal referierte Dr. - Ing. Volker Tympel vom Helmholtz - Institut Jena zum Thema "Physik und Smartphone". Er schaute mit ca. 200 Zuhörern in das Innenleben der Smartphones, wo man trägen Mini - Massen, Corioliskraft, Hall - Effekt, Drucksensoren, viel Funktechnik und anderem begegnet. All dies benutzte er und machte klassische Experimente der Physik mit dem Smartphone, so ließ er z.B. im Hörsaal ein Smartphone aus 10m Höhe frei fallen...  Ein weiterer Höhepunkt war der anschließende Besuch im Zeiss Planetarium, dem dienstältesten Planetarium der Welt. In ca. 60 Minuten erfuhren wir die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in spektakulären Bildern zu den Planeten unseres Sonnensystems.  Nach einem abschließenden Bummel über den Jenaer Weihnachtsmarkt erfolgte die Rückfahrt nach Halle.

Einige Schüler waren so begeistert, dass sie am 20. Januar 2018 noch die letzte Samstagsvorlesung 2017/2018 zum Thema "Radioastronomie - Ein Lauschangriff auf das Weltall" besuchen werden.


Gravitationswellen (Januar 2017)

Eine Exkursion, die Wellen schlug

Am 14.9.2015 gelang Wissenschaftlern nach 100 Jahren der Durchbruch; die von Einstein vorausgesagten Gravitationswellen wurden nachgewiesen. 

Zu diesem Thema fand am Samstag, den 7.1.2017, eine öffentliche Vorlesung an der Physikalisch-Astronomischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena statt. Diese wurde unter ca. 150 anderen Physikbegeisterten von einschließlich 6 Schülern des 12. Jahrgangs und Hr. Rinnert besucht. Nach der sehr aufschlussreichen Veranstaltung warfen wir einen Blick in die Sterne im dienstältesten Planetarium unseres Planeten. Das bereits seit 90 Jahren aktive Gebäude diente als Schauplatz „Kosmischer Dimensionen“. 

ANMERKUNG: 

Die Kuppel mit insgesamt 800 m2 Bildfläche hat eine Stärke von gerade mal 6 cm, eine technische Meisterleistung.

Zuletzt führte uns unsere Exkursion in das „Optische Museum zu Jena“. Es beherbergt eine unglaubliche Sammlung optischer Utensilien, wie Teleskope, Brillen und Mikroskope. Urheber und Finanzier des Museums ist die Carl-Zeiss Stiftung. Zu Lebzeiten war Carl Zeiss Mitglied eines einzigartigen Trios: Er (Mechaniker), Abbe (Physiker) und Schott (Glastechniker). Sie waren verantwortlich für viele optische Erfindungen und Fortschritte.

Jena, eine Stadt mit vielen Facetten. Geschichtsträchtig und doch Beteiligte an aktuellsten physikalischen Forschungen. Wer Anschluss in der Welt der Physik sucht, ist dort am rechten Fleck.

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